| REDENSART |
ERLÄUTERUNG |
BEISPIELE |
ERGÄNZUNGEN |
| | großmütig / großzügig / tolerant / nicht kleinlich sein | "Das sollte man nicht so eng sehen!" | umgangssprachlich
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| etwas nicht so eng sehen |
DD:  LEO:      | | | bestreitend, ungläubig: Das glaube ich noch nicht! Erst mal abwarten! | "Ich werde Sie anzeigen!" - "Das werden wir ja sehen!" | umgangssprachlich; energische Erwiderung auf eine Drohung; Ausruf im Streit |
| Das werden wir (ja) sehen! |
DD:  LEO:      | | | jemanden verlassen; jemanden seinem Schicksal überlassen; jemanden alleine lassen; jemandem in einer Notsituation keine Hilfe leisten; kaputtgehen (bei Gegenständen) | "Hörgeschädigte Menschen fühlen sich vom Veranstalter im Stich gelassen"; "Wie du sehen kannst, wird dir hier was geboten und wir hoffen, dass du uns nicht im Stich lässt und öfter vorbeischaust"; "Lasst mich nicht im Stich!"; "Süßer Jesus, du lässt mich niemals im Stich"; "Landesregierung lässt Polizei bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Stich"; "Ich kann keine Musik mehr hören, das Radio hat mich im Stich gelassen!" | Die Redensart hat ihren Ursprung im Mittelalter. Wenn bei einem Turnier oder einer Schlacht der Ritter vom Pferd gefallen ist und der Knappe ihm nicht rechtzeitig aufhalf oder die Waffe reichte, dann ließ ihn der Knappe sozusagen ungeschützt im Stich des Gegners. Eine andere Deutung bezieht sich auf ein Kleidungsstück, das vom Schneider nicht fertig gestellt und daher "im Stich" gelassen wird. Gegen die diese Deutungshypothese spricht, dass es die Redensart auch im Schwedischen gibt; dort gibt es aber zwei verschiedene Wörter für den Stich durch ein Messer (oder Insekt) und den Stich beim Nähen. In der Redensart wird ersteres verwendet (Hinweis eines Nutzers) |
| jemanden im Stich lassen |
DD:  LEO:      | | | 1. reden; sprechen; sich unterhalten 2. binden; wickeln; befestigen; etwas (auf unprofessionelle Weise) bearbeiten; basteln; sich mit einer Sache beschäftigen | 1. "Wie überall wird auch hier manchmal viel rumgetüddelt"; "Am besten waren all die vielen Leute - alle haben uns freundlich begrüßt und getüddelt" 2. "Als der Regen sich legte, begannen wir um ca. 2:00 Uhr die Pappwände an die Bauzäune zu tüddeln"; "Nicht davon täuschen lassen, dass die silberne Box an der schwarzen angeschlossen ist. Man könnte genauso gut beide direkt an den Verstärker tüddeln"; "Ich kann auf meiner Gitarre tüddeln und dann tüddel ich solange, bis ich den perfekten Rhythmus gefunden habe, da hilft mir kein Computer"; "Kaum, dass ich zuhause war, habe ich das Ding ausgepackt, aus Karton und Folientüte getüddelt und habe den Stecker in die Dose gemacht, um zu sehen, ob es auch funktioniert" | umgangssprachlich, Norddeutschland |
| tüddeln |
DD:  LEO:      | | | jemandem auf die Nerven gehen; lästig werden; Überdruss / Ablehnung hervorrufen | "Dass man anderen mit lauter Musik nicht auf die Ketten gehen muss und Rücksicht nehmen kann, ist ja wohl selbstverständlich!" | umgangssprachlich, selten
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| jemandem auf die Ketten gehen |
DD:  LEO:      | | | auf ein Übel hinweisen | "Tag der Menschenrechte: UNO legt den Finger auf Diskriminierung"; "Günter Grass fasst den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden"; "Auch die gescheiterte Blockade ist jedes Mal ein kleiner Sieg für die AKW-Gegner, denn sie legt den Finger auf den wunden Punkt der Atomindustrie: Gut 50 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks ist man der Frage, wo der Atommüll gelagert werden soll, kaum näher gekommen"; "Die Thematik, die Friedrich Ani in diesem Krimi aufwirft, ist sehr bedrückend und traurigerweise auch sehr aktuell. Er legt den Finger auf eine Stelle, wo man nicht gerne hinschaut" | |
| den Finger auf etwas legen |
DD:  LEO:      | | | nicht mehr klar und logisch denken können | "Dein Anblick bringt mich um den Verstand, erweicht meine Knie und macht mich zu Wachs in Deinen Händen"; "Wo sie auf ihren Stöckelschuhen im dünnen, kurzen Kleid zu sehen ist, bringt sie die Männer um den Verstand"; "Du bringst den Jungen noch um den Verstand, sagte man ihr. Bleibe besser wo du bist, er ist schon ganz wirr im Kopf und faselt dummes Zeug"; "Wer rassistische Vorurteile hegt, kann sich buchstäblich um den Verstand bringen. Dies belegt die Studie eines amerikanischen Forscher-Teams, die im Fachblatt 'Nature Neuroscience' erschienen ist. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen Schwierigkeiten mit rein intellektuellen Aufgaben haben, wenn sie in hohem Maße vorurteilsbelastet gegenüber Menschen anderer Hautfarbe sind"; "Kurz nach Kriegsende zeigte der englische König Heinrich VI. aus dem Hause Lancaster deutliche Anzeichen von Verrücktheit. Er wurde von Angstanfällen geschüttelt, starrte geistesabwesend zu Boden und versank in tiefster Lethargie. Nicht dass der Krieg ihn um den Verstand gebracht hätte; diesem war der frömmelnde Heinrich so gänzlich abhold. Nein, seine Krankheit war ein Erbe seines französischen Großvaters" | |
| um den Verstand gebracht werden |
DD:  LEO:      | | | Ausruf der Überraschung / Entrüstung | | |
| Das ist kaum / nicht zu glauben! |
DD:  LEO:      | | | sich selbst helfen; sich um sich selbst kümmern; auf sich allein gestellt sein | "In einer Zeit zunehmender sozialer Kälte muss jeder selbst sehen, wo er bleibt!"; "Es waren schwierige Zeiten und man musste zusehen, wo man bleibt"; "Das also ist deine Ansicht von unserer Ehe! Jahrelang hast du an mir geklebt, und jetzt heißt es mit einem Mal tschüss, sieh zu, wo du bleibst!'"; "Jeder will immer nur Spaß haben, aber nicht die Konsequenzen tragen. Ihr tut immer alle so reif und erfahren, aber im Grunde denkt doch nur jeder an sich selber und die Frau kann zusehen, wo sie bleibt. Zumindest die meisten denken so"; "Am Ende sollst Du nach einem 400-€-Mini-Job winseln, und für den Rest zum Leben darfst Du sehen, wo Du bleibst – nur nicht in der neu gepflasterten Fußgängerzone!" | |
| sehen / zusehen, wo man bleibt |
DD:  LEO:      | | | jemandem zusehen | "Den beiden Gewinnern winkt ein exklusiver Besuch im Studio, wo man den Machern über die Schultern gucken kann"; "Das hab' ich von einem Profi-Koch gelernt, dem ich mal über die Schulter gucken durfte"; "Wer möchte, kann den Meteorologen bei der Erstellung von Wettervorhersagen und Wetterwarnungen über die Schultern sehen" | |
| jemandem über die Schulter gucken / schauen / sehen |
DD:  LEO:      |