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Suchergebnis für "den Mantel nach dem Wind hängen"


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REDENSART BEDEUTUNG BEISPIELE ERGÄNZUNGEN
seinen Mantel / sein Mäntelchen nach dem Wind hängen 
ÜSL
seine Meinung so ändern, wie es nützlich ist; opportunistisch / angepasst / gesinnungslos / prinzipienlos sein "Es gibt ja immer wieder Leute, die ihr Mäntelchen nach dem Wind hängen und jeden noch so idiotischen Trend mitmachen"; "Ganz grundsätzlich bedeutet das für mich, dass ich in meinem Reden und Handeln authentisch bin und nichts 'vorspiele'. Dass ich hinter dem, was ich heute sage, auch morgen noch stehe, und nicht ständig mein Mäntelchen nach dem Wind hänge"; "Ein Hauptmann der Stasi erpresst einen Dorfbewohner mit seiner Nazi-Vergangenheit zu Spitzeldiensten. Allzu leicht lässt sich dieser darauf ein, hat längst sein Mäntelchen nach dem Wind gehängt"; "Der Hang, sein Mäntelchen nach dem Wind zu hängen, in dem man sich an dem orientiert was jeweils der 'Mehrheitsmeinung', dem 'Zeitgeist' oder der Meinung der Mächtigen entspricht, ist in uns Menschen tief verwurzelt" umgangssprachlich; Vorläufer der seit dem 16. Jahrhundert belegten Redensart ist die Wendung "den Mantel nach dem Winde kehren". Sie taucht bereits in der mittelalterlichen Spruchsammlung auf, die unter dem Namen Spervogels überliefert ist (um 1200): "Man sol den mantel keren als das weter gat." In Gottfrieds "Tristan und Isolde" (um 1210) heißt es ganz ähnlich: "Man sol den mantel kehren als die winde sint gewant." Ursprünglich handelte es sich also um eine positiv gemeinte Empfehlung - die Wandlung zur negativen Bedeutung "charakterlos, gesinnungslos" fand erst im 16. Jahrhundert statt. In Scharpffeckers "Acolasti" von 1544 z. B. klingt die negative Bedeutung bereits an:
wer jetzt wil gelt
und gut bekommen in der welt,
der musz sein mantel wenden stet
und sehen wo der wind her geht.

Doch schon in Johann von Morsheims "Spiegel des Regiments" (verfasst 1497) ist die Redewendung satirisch zu lesen:
Wer sei der herren hofgesynd (Hofdiener, Anm.)
der henck den mantel nach dem wynd
Vnd thu das zu allen Seyten
wil er lang zu hof reyten 
sich / die Fahne / das Fähnchen nach dem Wind drehen / hängen / richten 
ÜSL
sich der herrschenden Meinung anschließen; opportunistisch / gesinnungslos sein "Die Art und Weise, wie einige Regierungsmitglieder ihre Fahne nach dem Wind hängen, würde ich jedenfalls nicht wollen. Das würde bei mir ein Glaubwürdigkeitsproblem der angesprochenen Minister auslösen"; "Da hast du wieder einmal den richtigen Wind zu erwischen gemeint und in bewährter Form deine Fahne nach dem Wind gehängt"; "Im Kreise der Mitarbeiter und Kollegen finden sich nur selten Personen, die das Mobbing-Opfer unterstützen. Feiglinge gibt es überall und in der heutigen Zeit der Massenarbeitslosigkeit hängt schon manch einer lieber die Fahne nach dem Wind"; "Du hast nicht gewollt, dass wir die Fahne nach dem Wind hängen, sondern dass wir treu sind"; "Ungeachtet des komplizierten politischen Hintergrunds seiner Arbeit weigerte er sich mit vorbildlicher intellektueller Aufrichtigkeit, seine Überzeugungen anzupassen und seine Fahne nach dem Wind zu hängenDas zugrunde liegende Bild ist leicht verständlich: Wer ständig seine Meinung ändert, verhält sich wie eine Wetterfahne, die sich nach der Windrichtung ausrichtet. Die Redensart ist im 16. Jahrhundert entstanden und vermutlich aus der Wendung "seinen Mantel / sein Mäntelchen nach dem Wind hängen" hervorgegangen 
um eine Sache den Mantel / das Mäntelchen des Schweigens hüllen; den Mantel / das Mäntelchen des Schweigens über etwas ausbreiten 
ÜSL
eine Sache verschweigen / verheimlichen  Siehe auch "den Schleier des Vergessens über etwas ausbreiten
unter dem Siegel / Mantel der Verschwiegenheit 
ÜSL
ganz im Vertrauen; streng vertraulich  Das im 13. Jahrhundert auftauchende Wort "Siegel" ist über volkslat. sigilo mit lat. sigillum (Bildchen) und signum (Zeichen) in die deutsche Rechtssprache gekommen (siehe auch "jemandem Brief und Siegel geben"). Der versiegelte Mund und die versiegelten Lippen sind alte Sinnbilder der Verschwiegenheit und des bewahrten Geheimnisses. Siehe auch "den Schleier des Vergessens über etwas ausbreiten
etwas mit dem Mantel der Nächstenliebe zudecken 
ÜSL
nicht davon reden; nachsichtig sein; auf Kritik verzichten "Es müssen Anforderungen an die Jugendlichen gestellt werden, man darf nicht stets den Mantel der Nächstenliebe über alles decken"; "Ich bin bereit, den Mantel der Nächstenliebe über das Vorgefallene auszubreiten und ihm zu vergeben"; "Was das dritte Reformvorhaben - das Gesundheitswesen und seine Finanzierung - angeht, breiten wir am besten den weihnachtlichen Mantel der Nächstenliebe darüber, statt die Defizite aufzulisten" Der Mantel dient vielfach als Sinnbild für etwas Deckendes, Verhüllendes und Schützendes. Biblisch ist die Vorstellung, dass die Liebe eine ähnliche "bemäntelnde" Funktion hat (Bibel, Salomo 10,12; 1. Brief Petri 4,8). Daraus hat sich im Mittelalter (Hugo von Trimberg: "Der Renner" V. 3307 ff) und in der Bildersprache des Barock der "Mantel der (christlichen) Nächstenliebe" entwickelt. Die Prägnanz dieses Bildes hat es zu einem beliebten Motiv der Predigtsprache gemacht, so dass es heute als salbungsvoll empfunden und vorwiegend ironisch gebraucht wird. Siehe auch "den Schleier des Vergessens über etwas ausbreiten
sich an die / den Buchstaben des Gesetzes halten; nach dem / den Buchstaben des Gesetzes handeln; sich nach dem / den Buchstaben des Gesetzes richten; am / an den Buchstaben des Gesetzes kleben / hängen 
ÜSL
den Wortlaut des Gesetzes genau beachten; gesetzestreu sein; das Gesetz dem Wortlaut nach genau befolgen, ohne den Sinn des Gesetzes zu berücksichtigen "Es gibt einen Unterschied zwischen dem 'Buchstaben des Gesetzes' und dem 'Geist des Gesetzes'"; "Statt auf den Buchstaben des Gesetzes zu pochen, erkannte er den tieferen Sinn dahinter und wie wichtig Barmherzigkeit und Mitgefühl sind"; "In einem solchen Fall hat der 'Geist' des Gesetzes Vorrang vor dem Buchstaben des Gesetzes - mit dem klaren Verständnis, dass durch den 'Geist' des Gesetzes die ursprüngliche Absicht, aus der heraus ein bestimmtes Gesetz erlassen wurde, treu verwirklicht wird"; (Buchtitel:) "Stirbt ein Bediensteter während der Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet - Meisterleistungen der Beamtensprache - Umständlich schön, unfreiwillig komisch, aber immer streng nach dem Buchstaben des Gesetzes: Ein prall gefülltes Buch mit Höhepunkten der Behördenprosa"; "Richter: Viele handeln nicht nach dem Buchstaben des Gesetzes"; "Mit dem Recht ist das so eine Sache. Es richtet sich nicht nur nach den Buchstaben des Gesetzes, sondern auch nach dem, was den Richtenden Rechtens scheint - und dem Zeitgeist opportun"; "Allerdings, es ist an der Zeit, erwachsen zu werden, sich aus 'selbst verschuldeter Unmündigkeit' zu befreien, wie Kant schrieb, sodass durch die Buchstaben des Gesetzes der Geist wahrgenommen und gelebt werden kann"; "Etwas nach den Buchstaben des Gesetzes oder buchstabengetreu zu erfüllen, kann bedeuten, dass etwas nur formal erfüllt wird, aber auch, dass man sich streng an Vereinbarungen hält"; "Der Erfolg der 'Realisten' beruht nicht nur auf ihre Kunst, sich als Führer unentbehrlich zu machen, sondern auch auf der Natur des Gehorsams jener, die solche Führer benötigen, um ihr Selbst abgeben zu können. Sie hängen an den Buchstaben des Gesetzes, Verordnungen und zerstören die Realität der Gefühlswelt"; "'Ob Umweltverträglichkeitsprüfung ja oder nein, ist keine politische Entscheidung, sondern erfolgt nach den Buchstaben des Gesetzes', stellt Umweltstadträtin Ulli Sima am Dienstag klar. Es gibt klare gesetzliche Vorgaben, wann für eine Anlage eine Umweltprüfung zu machen ist und wann nicht"; "Die rein juristische Lösung nach den Buchstaben des Gesetzes ist oftmals nicht das, was den Beteiligten wirklich hilft"; "Konflikte im Zusammenhang mit den Kindern lassen sich oft nicht durch die Buchstaben des Gesetzes lösen. Hier ist eine besondere kinderpsychologische Qualifikation und Erfahrung des Rechtsanwaltes gefragt"; "Würden die Gerichte streng nach den Buchstaben des Gesetzes handeln, müssten sie daraufhin die Publikationen verbieten und deren Herausgeber bestrafen"; "Die Geschichte von Aithar Oubari ist ein Beispiel dafür, wie fragwürdige Entscheidungen fallen, nur weil sich deutsche Behörden strikt an die Buchstaben des Gesetzes halten" Die Redensart trägt der Tatsache Rechnung, dass schriftliche Zeugnisse immer interpretiert werden müssen, da jeder Text in gewisser Weise "verschlüsselt" ist. Dies gilt auch für scheinbar ganz eindeutige Texte wie beispielsweise Gesetzestexte. Siehe auch "den Geist des Gesetzes beachten" (den Wortlaut dem Sinn nach auslegen). In derartigen Wendungen zeigte sich ein uraltes Misstrauen gegenüber der Schrift, die nicht die "Wahrheit" oder "Weisheit" der mündlichen Rede ersetzen kann. Die "Buchstaben des Gesetzes" (bzw. auch in der Einzahl verwendet: "der Buchstabe des Gesetzes") - also der formale, "grammatische" Inhalt - muss daher für den Einzelfall interpretiert werden und den hinter dem Gesetz stehenden Grundgedanken berücksichtigen. Die genannten Wendungen können im positiven Sinne bedeuten, dass man sich an die gesetzlichen Vorgaben hält und im negativen Sinne, dass man allzu formal vorgeht, besondere Umstände ignoriert und damit gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstößt (insbesondere die Varianten mit "hängen" und "kleben") 
jemandem den Wind aus den Segeln nehmen; Wind aus jemandes Segel nehmen 
ÜSL
jemandes Argumente entkräften; jemandem die Möglichkeit zum Handeln nehmen; jemandes Bestrebungen vereiteln; jemanden entmutigen; jemandes Ideen / Vorschläge aushebeln / verpuffen lassen; jemandem seinen ursprünglichen Vorteil nehmen  Siehe auch "Schiffbruch erleiden
etwas / jemanden zehn Meter gegen den Wind riechen; zehn Meter gegen den Wind stinken 
ÜS
heftig stinken  umgangssprachlich, salopp 
nach und nach 
ÜSL
allmählich  Die mit "nah" verwandte Präposition "nach" verfügt über räumliche und (davon abgeleitete) zeitliche Bedeutungskomponenten. In Verbindung mit anderen Wortarten drückt es die Nähe (Nachbar), die Richtung (nach rechts), das Ziel (nach Hause), das Nachfolgen und schließlich die zeitliche Folge aus: danach, nachher usw. Auch der Aspekt der imitierenden oder verstärkenden Wiederholung von Handlungen kann durch nach ausgedrückt werden: nachahmen, Nachbilden, Nachdruck usw. Das Nachdenken ist ein Denken in Richtung auf ein bestimmtes Ziel, das Nachsehen der bloße Nachblick auf ein Entweichendes und damit Verlorenes, um das man sich umsonst bemüht hat. Ursprünglich gleichbedeutend mit Nachsehen hat sich aus Nachsicht (Beaufsichtigung) seit dem 17. Jahrhundert der Aspekt der Schonung (nachsichtig sein) herauskristallisiert. In dem Sprichwort "Vorsicht ist besser als Nachsicht" hat sich noch die alte Bedeutung (Nachsicht = Nachsehen) erhalten. "Nach" und "vor" treten auch sonst in kontrastive Beziehung zueinander, um bestimmte (räumliche und zeitliche) Bedeutungen auszudrücken (nach wie vor). In der Wendung "nach und nach" wird die Verdoppelung dazu genutzt, sich wiederholende Ereignisse in der Wirklichkeit durch sich wiederholende "Lautereignisse" (nach A + nach B + nach C...) abzubilden 
Hier pfeift der Wind aus einem anderen Loch; Der Wind pfeift (jetzt) aus einem anderen Loch 
ÜS
Hier / Jetzt geht es strenger zu   
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