| REDENSART |
ERLÄUTERUNG |
BEISPIELE |
ERGÄNZUNGEN |
seinen Mantel / sein Mäntelchen nach dem Wind hängen ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| seine Meinung so ändern, wie es nützlich ist; opportunistisch / angepasst / gesinnungslos / prinzipienlos sein | | umgangssprachlich; Vorläufer der seit dem 16. Jahrhundert belegten Redensart ist die Wendung "den Mantel nach dem Winde kehren". Sie taucht bereits in der mittelalterlichen Spruchsammlung auf, die unter dem Namen Spervogels überliefert ist (um 1200): "Man sol den mantel keren als das weter gat." In Gottfrieds "Tristan und Isolde" (um 1210) heißt es ganz ähnlich: "Man sol den mantel kehren als die winde sint gewant." |
sich / die Fahne / das Fähnchen nach dem Wind drehen / hängen / richten ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| sich der herrschenden Meinung anschließen; opportunistisch / gesinnungslos sein | "Die Art und Weise, wie einige Regierungsmitglieder ihre Fahne nach dem Wind hängen, würde ich jedenfalls nicht wollen. Das würde bei mir ein Glaubwürdigkeitsproblem der angesprochenen Minister auslösen"; "Da hast du wieder einmal den richtigen Wind zu erwischen gemeint und in bewährter Form deine Fahne nach dem Wind gehängt"; "Im Kreise der Mitarbeiter und Kollegen finden sich nur selten Personen, die das Mobbing-Opfer unterstützen. Feiglinge gibt es überall und in der heutigen Zeit der Massenarbeitslosigkeit hängt schon manch einer lieber die Fahne nach dem Wind"; "Du hast nicht gewollt, dass wir die Fahne nach dem Wind hängen, sondern dass wir treu sind"; "Ungeachtet des komplizierten politischen Hintergrunds seiner Arbeit weigerte er sich mit vorbildlicher intellektueller Aufrichtigkeit, seine Überzeugungen anzupassen und seine Fahne nach dem Wind zu hängen" | |
um eine Sache den Mantel / das Mäntelchen des Schweigens hüllen; den Mantel / das Mäntelchen des Schweigens über etwas ausbreiten ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| eine Sache verschweigen / verheimlichen | | Siehe auch "den Schleier des Vergessens über etwas ausbreiten" |
etwas mit dem Mantel der Nächstenliebe zudecken ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| nicht davon reden; nachsichtig sein; auf Kritik verzichten | "Es müssen Anforderungen an die Jugendlichen gestellt werden, man darf nicht stets den Mantel der Nächstenliebe über alles decken"; "Ich bin bereit, den Mantel der Nächstenliebe über das Vorgefallene auszubreiten und ihm zu vergeben"; "Was das dritte Reformvorhaben - das Gesundheitswesen und seine Finanzierung - angeht, breiten wir am besten den weihnachtlichen Mantel der Nächstenliebe darüber, statt die Defizite aufzulisten" | Der Mantel dient vielfach als Sinnbild für etwas Deckendes, Verhüllendes und Schützendes. Biblisch ist die Vorstellung, dass die Liebe eine ähnliche "bemäntelnde" Funktion hat (Bibel, Salomo 10,12; 1. Brief Petri 4,8). Daraus hat sich im Mittelalter (Hugo von Trimberg: "Der Renner" V. 3307 ff) und in der Bildersprache des Barock der "Mantel der (christlichen) Nächstenliebe" entwickelt. Die Prägnanz dieses Bildes hat es zu einem beliebten Motiv der Predigtsprache gemacht, so dass es heute als salbungsvoll empfunden und vorwiegend ironisch gebraucht wird. Siehe auch "den Schleier des Vergessens über etwas ausbreiten" |
unter dem Siegel / Mantel der Verschwiegenheit ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| ganz im Vertrauen; streng vertraulich | | Das im 13. Jahrhundert auftauchende Wort "Siegel" ist über volkslat. sigilo mit lat. sigillum (Bildchen) und signum (Zeichen) in die deutsche Rechtssprache gekommen (siehe auch "jemandem Brief und Siegel geben"). Der versiegelte Mund und die versiegelten Lippen sind alte Sinnbilder der Verschwiegenheit und des bewahrten Geheimnisses. Siehe auch "den Schleier des Vergessens über etwas ausbreiten" |
jemandem den Wind aus den Segeln nehmen; Wind aus jemandes Segel nehmen ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| jemandes Argumente entkräften; jemandem die Möglichkeit zum Handeln nehmen; jemandes Bestrebungen vereiteln; jemanden entmutigen; jemandes Ideen / Vorschläge aushebeln / verpuffen lassen; jemandem seinen ursprünglichen Vorteil nehmen | | Siehe auch "Schiffbruch erleiden" |
etwas / jemanden zehn Meter gegen den Wind riechen; zehn Meter gegen den Wind stinken ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| heftig stinken | | umgangssprachlich, salopp |
Hier pfeift der Wind aus einem anderen Loch; Der Wind pfeift (jetzt) aus einem anderen Loch ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| Hier / Jetzt geht es strenger zu | | |
wie der Wind ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| sehr schnell | | |
wie ein Furz im Wind ÜNach Übersetzungen suchen: DD: LEO:     PONS:           
| unbedeutend / flüchtig sein; schnell verschwinden | | umgangssprachlich, salopp |