| | übermäßig; in rauen Mengen; reichlich; über einen langen Zeitraum hinweg; bis zum Überdruss | "Das üben wir jetzt bis zur Vergasung!"; "Ich habe dieses Spiel inzwischen bis zum Vergasen gezockt, und glaubt mir, so viel Spaß hatte ich lange nicht mehr"; "Die CDs habe ich alle schon bis zur Vergasung gehört"; "Da ich damals alles auf Video aufnahm, konnte ich das Stück bis zur Vergasung hören"; "Bisweilen wird selbst die kleinste Szene bis zur 'Vergasung' geprobt, bis auch das letzte Wort und der letzte Akt wirklich richtig sitzen"; "Hat man aber das ganze Semester fleißig die Vorlesung und die Übungsstunden besucht, ist die Klausur ein Klacks; es kommt nichts dran, was Ihr nicht schon bis zum Vergasen geübt habt" | umgangssprachlich; Die Redewendung stammt ursprünglich aus der Physik: Überführung eines Stoffes in seinen "letzten", d.h. gasförmigen Zustand durch Erhitzen (Hinweis eines Nutzers). Nach Angaben eines weiteren Nutzers stammt die Wendung aus den Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs (1914-18), als man das erste Mal Giftgas einsetzte. Man verblieb solange auf Posten, bis man "vergast" war, was also bedeute, dass man etwas solange machte, bis es nicht mehr ging, weil der Gasangriff, bzw. der Tod dazwischen kam. Das erste Mal tauchte dieser Spruch in gedruckter Form auf Postkarten der Feldpost auf. Viele beziehen die Redewendung jedoch auf den Massenmord vor allem an Juden während der NS-Zeit durch Vergasung (Tötung durch Giftgas) und kritisieren die Verwendung der Redensart mitunter scharf. Sie wird trotzdem - in der Regel aus Unbedachtheit - noch vereinzelt verwendet |