SPRICHWORT

Gottes Mühlen mahlen langsam, aber stetig / trefflich fein / klein

BEDEUTUNG

Irgendwann bekommt man zu spüren, wenn man jemandem etwas angetan hat; Vielleicht spät, aber doch irgendwann wird man von Gott für böse Taten bestraft; Es kann lange dauern, bis etwas zu Ende geführt ist

ERGÄNZUNGEN

Sprichwort; Wenn man sieht, dass Übeltäter zunächst nicht bestraft werden, wird dieses Sprichwort oft gebraucht in der Hoffnung, dass diese Leute früher oder später für ihre Untaten büßen müssen. Das Wörterbuch der Brüder Grimm [] formuliert das so: "man sagt, nicht sonder gutten grund, das gottes mühlen langsam, aber sehr klein zu mahlen pflegen. der verzug der strafe wird mit deroselben grösze und schärfe ersäzzet." Kritisch betrachtet kann man das auch als Aufforderung ansehen, sich auf Gottes Gerechtigkeit zu verlassen, sich alles gefallen zu lassen, statt selbst für Gerechtigkeit zu sorgen. Im Deutschen hat der Spruch mehrere Varianten (z. B. auch ohne den Nebensatz oder "Gottes Mühle geht / mahlt langsam, aber sie mahlt fein"), und auch in anderen Sprachen ist er bekannt. Bereits der griechische Arzt Sextus Empiricus (Ende 2. Jahrhundert n. Chr.) schreibt: "Erst lange Zeit nachher mahlen der Götter Mühlen, doch mahlen sie Feinmehl." Doch schon der griechische Schriftsteller Plutarch (ca. 45-125 n. Chr.) soll den Spruch verwendet haben. Im Deutschen ist vor allem die Version von Freiherr von Logau (1604-1655) bekannt: "Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein. Ob aus Langmut er sich säumet, bringt mit Schärf er alles ein." Siehe auch "langsam, aber sicher"
 
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