SPRICHWORT

Viele Köche verderben den Brei

BEDEUTUNG

Wenn sich zu viele (Fach-)Leute gleichzeitig um eine Sache kümmern, kommt oft nichts Gutes dabei heraus

BEISPIELE

"Viele Köche verderben den Brei - Die Kompetenzen in der Entwicklungshilfe sind immer noch nicht ganz klar"; "Einfacher erklärt es RH-Chef Josef Moser in einem APA-Interview: 'Viele Köche verderben den Brei.' Die Aufsichtsstellen FMA, Nationalbank und Fimbag hätten zu lange nebeneinander hergearbeitet, das Finanzministerium habe dabei zugeschaut"; "Viele Köche verderben den Brei: Arbeiten Sie nicht mit mehr als drei Partnerinnen oder Partnern, denn sonst werden Entscheidungsprozesse kompliziert und schwierig"; "Das Sprichwort 'Viele Köche verderben den Brei' muss in der Informationsgesellschaft nicht unbedingt zutreffen. Das beweist nun eine Untersuchung aus den USA anhand der Qualität von Wikipedia-Einträgen"; "'Viele Köche verderben den Brei' - dieses Sprichwort ist zwar allgemein bekannt, trifft aber nicht immer zu"

ERGÄNZUNGEN

Sprichwort; Dem Sprichwort liegt die Vorstellung zugrunde, dass jede an einem Projekt beteiligte Person seine eigenen Vorstellungen davon hat, wie es zu realisieren sei, sodass es letztlich am Streit, Kompetenzgerangel, an unzulänglichem Informationsaustausch, Widersprüchen oder zu vielen Kompromissen scheitert. Dass diese Vorstellung sehr verbreitet ist, kann man daran ablesen, dass sie sinngemäß in vielen Sprachen existiert (z. B. Englisch: Too many cooks spoil the broth; Französisch: Trop de cuisiniers gâtent la sauce; Spanisch: muchas manos en un plato hacen mucho garabato) und dass sie im Deutschen in vielen Varianten existierte. Schon Wander (1867-1880, []) listet folgende Formen auf: Je mehr Köche, je schlechter die Suppe; Viel Köch versaltzen den Brey; Viel köche kochen selten gut; Viel Köche verderben (versalzen) den Brei (die Sauce); Viel Köche versalzen das Mus (die Suppe); Wenn die Köche widereinander gerathen, verdirbt Suppe und Braten. Die Herkunft des Sprichwortes ist unbekannt
 
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