SPRICHWORT

Was kümmert / juckt / schert / kratzt / stört es die (stolze / deutsche) Eiche, wenn sich ein / eine / der / die / das Borstenvieh / Eber / Sau / Wildsau / Wildschwein / Schwein dran / daran / an ihr / ihrer Rinde / ihrer Borke / ihrem Stamm wetzt / reibt / kratzt / scheuert / schabt / schubbert?

BEDEUTUNG

Was kümmert es mich, wenn sich andere über mich ärgern? Es ist Zeitverschwendung, auf unnötige Aufregung zu reagieren! Man sollte sich nicht von jeder einzelnen Kritik irritieren lassen! Es gibt Leute, die auf konstruktive Kritik nicht reagieren! Gegen ignorantes Verhalten kommt man manchmal einfach nicht an!

BEISPIELE

"Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt? Wenn das immer so einfach wäre, ruhig und gelassen zu reagieren ... manchmal wünschen wir uns mehr Schlagfertigkeit, ein anderes Mal mal die nötige Souveränität"; "Was kümmert es die Eiche, wenn die Wildsau sich an ihr reibt? Dieser Spruch ist mir - leider - als erster eingefallen, als es darum ging, Jan Philipp Albrechts Buch 'Finger weg von unseren Daten' zu besprechen. Denn was Albrecht auf den 187 Seiten seines kleinen, fast unscheinbaren Buches zusammenfasst, zeigt geradezu erschreckend klar, wo wir heute stehen, wenn es um Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung geht: Auf (scheinbar) verlorenem Posten!"; "Viel Feind, viel Ehr, oder etwas härter: Was stört es die Eiche, wenn sich das Schwein an ihr scheuert"; "Ich wollte den Kommentar erst mit Nichtachtung strafen, denn: Was stört es die Eiche, wenn sich das Schwein an ihr scheuert"; "Du hast Recht und wir unsere Ruhe! Was schert's die Eiche, wenn ein Wildschwein sich an ihr kratzt"; "Gemäß dem alten Sprichwort 'Was stört es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr kratzt' wäre der ND-Verriss von Gaelanos neuem Werk kaum der Rede wert – wenn Stolzmann seine Suade nicht als Vehikel für üble antikubanische Ausfälle und Geschichtslügen genutzt hätte"; "Was juckt's die Eiche, wenn die Sau sich an ihr schubbert?' So könnte man einige Vorkommnisse des vergangenen Whippet Meetings umschreiben, ebenso wie die mehrheitlich ablehnende Haltung der Whippetgemeinde gegen die eingereichten Anträge"; "Ob mich das zum 'Vollpfosten' qualifiziert, mag dahinstehen - Was stört's die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt?"; "Sie sollte sich nicht darauf einlassen, sondern lieber nach dem Motto verfahren: Was kümmert sich die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt!"; "Nehmen Sie es mit Humor und bleiben Sie gelassen. Wie heißt es doch so schön: 'Was stört es die Eiche, wenn das Wildschwein sich an ihr reibt?"

ERGÄNZUNGEN

Sprichwort; Dieses Sprichwort ist in vielen Varianten gebräuchlich, am häufigsten ist die Form: Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt? Es drückt vorwiegend Souveränität und Gelassenheit aus, kann aber auch im negativen Sinne als Ausdruck von Arroganz und Ignoranz verstanden werden. Die Eiche gilt als besonders robust, sie ist Symbol für Beharrlichkeit, Würde und Dauerhaftigkeit. Das Wörterbuch der Gebrüder Grimm [] schreibt dazu: "Kennzeichen der eiche sind stärke, höhe und lange dauer, sie ist königin aller bäume".
Wander [] führt einige Sprichwörter auf, die sich auf diese Symbolik beziehen: "Eichen müssen dem Sturme weichen, aber das Rohr biegt sich und kommt wieder empor", "Eine Eiche fällt nicht von einem Schlage, sagte der Specht, als er getippt einige Tage", "Eine Eiche wächst langsam, hält aber manchen Sturm aus", "Eine gute Eiche wächst durch alles Gestrüpp", "Es felt kein eych von einem streych", "Man kann lange an einer Eiche schütteln, eh' sie umfällt", "Zu einer harten Eiche muss man scharffe Axt haben" und die Redensart "Von der Eiche stammen" (ausdauernd und fest sein). Das hier behandelte Sprichwort greift diese Symbolik auf.
Einen literarischen Beleg gibt es im autobiographischen Roman "Tadellöser & Wolff" (1971) von Walter Kempowski. Hier legt er den Ausdruck seinem Bruder während einer familiären Tischszene im Jahre 1939 in den Mund, als sich seine Mutter über sein Aussehen äußert: "'Wenn du wüsstest, wie widerlich du aussiehst.' Er solle mal in'n Spiegel gucken, ob er das schön fände. Frau Amtsgerichtsrat Warkentin habe neulich schon gesagt: 'Ihr Junge, lässt der sich eigentlich die Locken brennen?' Mein Bruder aß gleichmütig weiter. 'Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich ein Borstenvieh dran wetzt.'" Der Roman wurde 1975 für das Fernsehen verfilmt, was die Verbreitung des Spruches befördert haben dürfte. Vereinzelte Stimmen, dies sei der Ursprung des Sprichwortes, widerspricht einer Angabe von Küpper [], der als Entstehungszeit das Jahr 1933 angibt
 
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