SPRICHWORT

Der dümmste Bauer erntet / hat die größten Kartoffeln; Die dümmsten Bauern haben / ernten die dicksten Kartoffeln

BEDEUTUNG

sagt man, wenn jemand ohne größere geistige Anstrengung einen hohen Gewinn erzielt

BEISPIELE

"Mein Vater sagte mal: Nur intelligente Menschen zweifeln an sich und ihrem Handeln. Im Gegensatz gilt: Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln"; "Meine Damen und Herren! Sie alle kennen das Sprichwort: 'Der Umfang der subterritorialen Knollengewächse steht in reziprokem Verhältnis zum Intellekt des Agrarökonoms.' Oder auf gut Deutsch: Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln. Wenn damit jedoch suggeriert werden soll, Erfolg sei allein eine Frage des Glücks, dann irrt das Sprichwort"

ERGÄNZUNGEN

Sprichwort; Das Sprichwort ergibt sich aus der Vorstellung, dass intelligente Menschen zum Zögern und Zweifeln neigen und sich dadurch selbst behindern. Dass Erfolg weniger mit Intelligenz als mit Glück und Tatkraft zu tun haben soll, zeigen auch Sprichwörter und Redensarten wie "mehr Glück als Verstand haben", "Bei großem Glück ist wenig Klugheit", "Das Glück hilft den Kühnen" oder "Das Glück ist der Weisheit Feind". In unserer modernen Arbeitswelt sind diese Vorstellungen natürlich nicht haltbar, denn Erfolg hängt im Wesentlichen sowohl von der sozialen Herkunft als auch von der intellektuellen Leistungsfähigkeit ab. Natürlich spricht auch ein wenig Neid aus diesen Sprichwörtern, denn wer Erfolg hat, der muss wenigstens dumm sein. Beim behandelten Sprichwort wird diese Dummheit dem Bauern zugeschrieben, denn redensartlich kommt der Landwirt generell nicht gut weg: Sprüche wie "ein Bauerntölpel sein", "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht", "auf Bauernfang gehen", "ein Bauernopfer" kennzeichnen den Bauern als angeblich dumm und machtlos und zeigen die verächtliche Sicht des Städters auf die Landbevölkerung (allerdings zeigen auch Ausdrücke wie "bauernschlau sein", dass man den Bauern eine gewisse Schläue nicht abspricht). Das Sprichwort wird also dann verwendet, wenn man der Meinung ist, dass derjenige, der mit einer Sache erfolgreich war, dieses Glück eigentlich gar nicht verdiene. Es spielt wohl darauf an, dass der Kartoffelanbau keine besonderen intellektuellen Fähigkeiten verlangt. Laut Küpper [] seit spätestens 1900 redensartlich
 
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