SPRICHWORT

Vorsicht ist besser als Nachsicht

BEDEUTUNG

Lieber zunächst vorsichtig sein, als später Nachteile / Unangenehmes hinnehmen zu müssen; Wer nicht vorsichtig ist, könnte es später bereuen

BEISPIELE

"Ich hoffe, du schützt dich angemessen. Vorsicht ist besser als Nachsicht!"; "IT-Sicherheit sollte gerade im Mittelstand Chefsache sein. Gemäß dem Sprichwort 'Vorsicht ist besser als Nachsicht' sollten vor allem kleine und mittlere Unternehmen nicht an der falschen Stelle sparen"; "Vorsicht ist besser als Nachsicht: Streusalz an einem milden Abend tut niemandem weh, kein Streusalz bei plötzlich abfallenden Temperaturen und Blitzeis kann aber tödlich sein"; "'Meinst du, es könnte zu Handgreiflichkeiten kommen?' 'Keine Ahnung, aber ich will vorbereitet sein. Vorsicht ist besser als Nachsicht'"; "Auch Berlin stellte klar, dass die Brücken 'sehr sicher' seien. Exakt 1085 für den Verkehr relevante gibt es in der Hauptstadt, sie werden regelmäßig gecheckt. Und wenn irgendetwas verdächtig erscheint, gesperrt. Vorsicht ist besser als Nachsicht"

ERGÄNZUNGEN

Sprichwort; "Nachsicht" bedeutete zunächst "Beaufsichtigung, Nachprüfung", und erst im 18. Jahrhundert setzte sich die Bedeutung "Schonung, Duldung, verzeihende Haltung, gütige Rücksichtnahme" durch (Pfeifer [], sehen). Daneben wurde der Ausdruck im Wechselrecht im Sinne "Frist bis zur Zahlung" (Deutsches Rechtswörterbuch (DRW), Nachsicht) verwendet.

In diesem Sprichwort ist das Wort demnach nicht ganz passend. Passender wäre "Nachsehen" im Sinne von "Nachteil, Verlust" ("das Nachsehen haben"). Die Wahl von "Nachsicht" liegt sicherlich auch an Bedeutungsüberschneidungen von "Nachsicht" und "Nachsehen", die sich aus Substantivierung des Verbs "nachsehen" ergeben (siehe auch "nach und nach"), dürfte aber vor allem dem Sprachrhythmus geschuldet sein.

Das Sprichwort ist seit 1697 schriftlich belegt (Johann Christoph Ettner von Eiteritz: Deß Getreuen Eckharts unwürdiger DOCTOR, Augspurg und Leipzig, bey Lorentz Kroniger und Gottlieb Göbels Seel. Erben, Buchhändl., 1697, S. 286)
 
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