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Einträge 31 bis 32
REDENSART BEDEUTUNG BEISPIELE ERGÄNZUNGEN
jemanden auf die Menschheit loslassen 1. jemanden in eine Position bringen, wo er nur Schaden anrichtet; einen Unfähigen seine Arbeit tun lassen
2. jemanden ins Berufsleben entlassen; unter die Leute gehen; öffentlich auftreten
3. einen gefährlichen Verbrecher freilassen 
1. "Um in der Praxis tätig zu werden, benötigt man zuallererst theoretisches Wissen. Wer die Theorie vernachlässigt, wird mit einem gefährlichen Halbwissen auf die Menschheit losgelassen"; "Fast scheint es, als würde die Diplomsoziologin einmal pro Quartal mit einer irren Forderung auf die Menschheit losgelassen"
2. "Sie sind längst eine Death-Metal-Legende, wurden sie doch schon 1989 im Sumpfgebiet Südfloridas auf die Menschheit losgelassen"; "Sie auf die Menschheit loszulassen, das heißt: ungebremste Anarchie im positivem Sinn zu verbreiten"; "Diesen Jahrgang kann man guten Gewissens auf die Menschheit loslassen. Das sagte Schulleiter Christoph Beck mit einem Augenzwinkern bei der Verabschiedung der Abiturientinnen"; "Unser Ziel ist es, Ihnen die bestmögliche Ausbildung zu bieten, damit sie am Ende der Ausbildung mit ruhigem Gewissen 'auf die Menschheit losgelassen' werden können"
3. "Bei uns wird unser Eigentum sorglicher geschützt als unser Körper. Notorische Schläger werden, nach verhältnismäßig kurzer Haft wieder auf die Menschheit losgelassen" 
umgangssprachlich; Bedeutung 1: mittelhäufig (4); Bedeutung 2: ironisch, häufig (5); Bedeutung 3: mäßig häufig (3);

In der Bedeutung 3 finden wir Redensart seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Siehe auch "jemanden auf jemanden / etwas loslassen", "etwas auf die Menschheit loslassen", zu "los" siehe auch "los und ledig

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ein No-Go ein Tabu / Fettnäpfchen / schlechtes Benehmen; eine Verhaltensweise, die nicht den allgemein akzeptierten Umgangsformen entspricht; ein Auftreten, das als unhöflich / unangemessen gilt und deshalb auf Ablehnung stößt; etwas ist taktlos / inakzeptabel  "In diesem Zusammenhang ist es aber ein absolutes No-Go, das letzte Stück Kuchen vom Teller zu nehmen. Zuvor muss man sich auf jeden Fall das Einverständnis aller Beteiligten gesichert haben"; "Die Vergabe von Vereinsrechten ohne Rücksprache mit den Vereinen sind unserer Meinung nach ein absolutes No-Go"; "Sind Trachten im VfB-Stadion okay oder ein No-Go?"; "Alkohol am Steuer ist auch während der 'tollen Tage' ein No-Go"; "Homosexualität in der Öffentlichkeit: Immer noch ein No-Go?"; "Ein absolutes No-Go stellt das Tragen von Socken beim Tête-à-Tête mit dem Partner dar. Zum einen wirkt der nackte Körper mit Socken lächerlich, zum anderen wird der Hautkontakt mit den Füßen verhindert" umgangssprachlich; Ein so genannter Scheinanglizismus: Das adjektivisch gebrauchte "no-go" bedeutet im Englischen "es ist unmöglich, undurchführbar; es funktioniert nicht". Im Deutschen bedeutet No-Go (Substantiv) eben nicht - was von der Übersetzung her passend wäre - eine Fehlfunktion, sondern ein Vorgang oder eine Handlung, die nicht akzeptabel ist bzw. nicht akzeptiert wird. Der englische Ausdruck hierfür wäre "a no-no".

Vermutlich wurde "No-Go" in Anlehnung an die Redensart "Das geht gar nicht!" gebildet, die ebenfalls missverstanden werden kann, da sie die beiden ähnlichen, aber nicht gleichen Bedeutungen "unmöglich, undurchführbar" und "inakzeptabel" annehmen kann. Der Unterschied besteht natürlich darin, dass es Dinge gibt, die zwar möglich sind, aber nicht eben ratsam (siehe Beispiele).

Dass die Trennung dieser Bedeutungen im Deutschen nicht immer eindeutig ist, zeigt sich übrigens auch in der umgangssprachlichen Verwendung des Adjektivs "unmöglich" selbst: In dem Satz "Das sieht unmöglich aus" z. B. steht "unmöglich" in der Regel nicht für das Gegenteil von "möglich", sondern für "schlecht, hässlich, unästhetisch, stillos" (weitere Beispiele wären "sich unmöglich machen", "sich unmöglich benehmen").

Der Ausdruck "No-Go" ist nach 2000 entstanden. Der erste schriftliche Beleg findet sich in einem "Zeit"-Artikel über nobles Essen in Flugzeugen: "Allzu ausgefallen darf die Verpflegung aber nicht sein. Wegen unseres internationalen Publikums ist Gänsestopfleber zum Beispiel ein No-go, sagt Hassenstein"
QQuellenhinweis:
Abschied vom Business-Fraß, 16/2002
 

ÜVorhandene Übersetzungen:
  Englisch / English
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