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Suchergebnis für "wertverschlechternde Vorsilbe"


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REDENSART BEDEUTUNG BEISPIELE ERGÄNZUNGEN
Mist... (z. B. Mistwetter) wertverschlechternde Vorsilbe "Dieser Mistkerl ... wenn ich den erwische!"; "Bei dem Mistwetter sollten wir unseren Ausflug verschieben"; "Ich sagte zu Claus, wie kannst du dich von diesem Misthund nur so behandeln lassen"; "Jetzt muss diese Mistkarre schon zum dritten Mal in diesem Jahr zur Reparatur!"; "Kann ich jemanden für die Beleidigung 'blödes Miststück' anzeigen?"; "Die Anlässe konnten aber auch nichtig sein. Wie im Fall des Mädchens aus der Parallelklasse, das die megageilen Stiefel hatte, die ich unbedingt wollte, die aber zu teuer waren. Sofort war sie ein Snob, ein arrogantes Miststück"; "Das Mistding bewegt sich keinen Millimeter. Hat da jemand eine Idee?" umgangssprachlich, salopp; Mist ist der Abfall eines Stalls: Kot und Urin der Tiere mit der Einstreu (z. B. Stroh) vermischt. Wegen seines schlechten Geruchs eignet er sich hervorragend als negative Vorsilbe, ähnlich wie "Scheiß..." (siehe hierzu "Scheiße") - nur nicht ganz so derb. Und ähnlich wie "Scheiße" wird "Mist" auch als Fluch im Sinne von auftretenden Schwierigkeiten, für Unsinn, Verachtenswertes und Wertloses gebraucht. Auch bei manchen Redensarten ist "Mist" mit "Scheiße" austauschbar (z. B. "Mist bauen") 

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ein / eine Mords... (z. B. -arbeit, -ding, -durst, -dusel, -gaudi, -geschrei, -hitze, -hunger, -kerl, -krach, -schreck, -spaß, -spektakel) steigernde Vorsilbe; ein beachtliches ...; ein beachtlicher ...; eine beachtliche ...; ein großes / großer ...; eine große ...  "Ich bekam eine Gänsehaut vor Vergnügen, als ich meine Jungs beobachtete, die in Sams Privatpool einen Mordsspaß hatten"; "Ich war gestern mit meiner Tochter eine Stunde lang im Trampolin. Die hatte eine Mordsgaudi - so wie auch ich"; "Ein Mordsvergnügen erwartet Sie!"; "Einen Mordsschrecken hat ein bewaffneter Räuber in der Nacht zum Sonntag einer Angestellten in einer Spielhalle eingejagt"; "Ohren zu, das gibt einen Mordskrach!"; "Er hatte eine Mordswut im Bauch, weil ich ihm die Stelle weggeschnappt hatte"; "Wann kommt endlich das Essen? Ich hab' einen Mordshunger!"; "Goethe sagte einmal, ich glaube in den Gesprächen mit Eckermann, immer dann, wenn er sich redlich Mühe gegeben hätte, dem deutschen Volk mit einem neuen Buch etwas zuliebe zu tun, wären die Kritiker gekommen und hätten ein Mordsgeschrei erhoben und Forderungen gestellt, wie das Buch ihrer Ansicht nach hätte geschrieben werden müssen" umgangssprachlich; Das Präfix "Mords-", das auch vor Adjektive gesetzt werden kann (mordsmäßig), hat sich im Lauf der Jahrhunderte vollständig vom Bedeutungsumfeld des Mordes gelöst und wird heute nur noch als Verstärkung (ohne Bewertung im positiven oder negativen Sinn) verwendet.

Der erste Schritt in dieser Entwicklung war die Bildung von zusammengesetzten Wörtern, bis ins 19. Jahrhundert noch ohne das Fugen-s. So gab es Begriffe wie Morddegen, Mordbube (Mörder, 18. Jahrhundert
QQuellenhinweis:
Aloys Friedrich von Brühl: Theatralische Sammlung, Band 6, Wien 1790, S. 101; vergleiche Pfeifer [], Mord
) oder Mordgeist (nach Mord sinnender Geist, schon bei Luther
QQuellenhinweis:
Pfeifer [], Mord; Grimm [], Mordgeist
). Ein altes Wort, das mit Mord schon nichts mehr zu tun hat, ist der Mordweg, ein schlechter, schwer passierbarer, gefährlicher Weg (mindestens seit dem 18. Jahrhundert)
QQuellenhinweis:
Justus Möser: Patriotische Phantasien, Bd. 2, Berlin 1776, S. 426, 427; vergleiche auch Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793-1801, Mordweg; Grimm [], Mordweg; Dr. Jakob Heinrich Kaltschmidt: Vollständiges stamm- und sinnverwandtschaftliches Gesammt-Wörterbuch der Deutschen Sprache ..., Nördlingen 1854, S. 614, Sp. 1
.

Weiterhin wären Wörter zu nennen, die sich stufenweise von der Bedeutung "Mord" entfernt haben. So gab es den "Mordschlag", der u. a. im Sinn "tödlicher, mordender Schlag" verwendet wurde (schon im 13. Jahrhundert
QQuellenhinweis:
Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Mordschlag
) und sich bis zur Bedeutung "auf schlimme Weise hinfallen" abschwächen konnte, so bei Heinrich von Kleist 1811: "Hab' einen wahren Mordschlag / Heut früh, als ich dem Bett' entstieg, gethan"
QQuellenhinweis:
Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug. Berlin 1811, S. 37
.

Ein weiteres Beispiel ist das "Mord(s)geschrei", das schon im 15. Jahrhundert reichlich belegt
QQuellenhinweis:
vergleiche Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Mordgeschrei
und auch in der Lutherbibel von 1545 zu finden ist
QQuellenhinweis:
Jer 4,20; Jer 11,16
. Es bezeichnete das Kampfgeschrei der Krieger in der Schlacht, aber auch (als Teil des Rechtsverfahrens) das Geschrei, das wegen eines Mordes erhoben wurde
QQuellenhinweis:
Grimm [], Mordgeschrei; Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1793-1801, Mordgeschrey; Schweizerisches Idiotikon, Mordgeschrei
. Einen ersten Schritt zur Abkoppelung von der Bedeutung "Mord" wäre das allgemeine Weh- und Klagegeschrei, und schließlich die Verblassung zum Sinn "großes Geschrei"
QQuellenhinweis:
vergleiche Grimm [], Mordgeschrei; Adelung, Mordgeschrey
. Ein Beispiel finden wir in einer Rechtsschrift aus dem Jahr 1703, in dem u. a. folgende Übeltaten aufgezählt werden: "Haußfrieden brechen / Thüren und Fenster freventlicher weise aus oder einwerffen und schlagen / in der Kirchen oder auff dem Rathhause ein Mordgeschrey machen / oder daselbst jemanden braun und blau schlagen / oder was sonst zu Haut und Haar gehet / oder Leib und Leben anlanget"
QQuellenhinweis:
Heinrich Anton Geise: Teutsches Corpus Juris, Hannover 1703, S. 387
.

Das heute nur noch verstärkende "mord(s)mäßig" hat sich erst im 19. Jahrhundert vom Bedeutungsumfeld Mord und Gewalt gelöst
QQuellenhinweis:
vergleiche Grimm [], mordmäszig; Ossip Schubin: Vollmondzauber. In: Engelhorns Allgemeine Romanbibliothek (Fünfzehnter Jahrgang. Band 17), 1. Bd, Stuttgart 1899, S. 97
. Auch heute häufig anzutreffende Wortbildungen wie Mordshunger
QQuellenhinweis:
Westermanns Monatshefte, Band 40, Teil 1, S. 526, Die neue Welt, 30.07.1899, Nr. 31, S. 7, Sp. 1
und Mord(s)spaß
QQuellenhinweis:
z. B. Der Sammler, Nr. 109, 10.09,1833, S. 433, Sp. 2; Moriz Rapp: Lustspiele von Jovialls (pseud.), Tübingen 1835, S. 51
sind im 19. Jahrhundert entstanden.

Vergleiche auch "ein Mordskerl

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